Künstler*innen der Gruppe Kabosh

Künstlergruppe erkundet das LGS-Gelände

Am 16. Juni führte Landschaftsarchitekt Claus-Peter Reber aus dem Team der Landesgartenschau Ulm 2030 eine internationale Künstlergruppe gemeinsam mit Kurator Martin Leibinger über das künftige Gelände der Landesgartenschau. Im Mittelpunkt stand der Abschnitt zwischen Ehinger Tor und Blaubeurer Tor mit den Freiräumen entlang der B10, die im Zuge der Landesgartenschau bis 2030 durch den Rück- bzw. Umbau der Verkehrsachse neu entstehen. Ein Prozess, mit dem sich die Künstlergruppe im Rahmen ihres eigenen Projekts auseinandersetzte.

Kunst im öffentlichen Raum

Bei dem Rundgang begutachtete die Gruppe mehrere Flächen entlang der Strecke und diskutierte, welche Orte sich für künstlerische Interventionen im öffentlichen Raum eignen. Mit dabei waren drei Aktions-Künstler*innen des Interventionstheaters Kabosh aus Belfast, zwei bildende Künstlerinnen – unter anderem von WALTS aus Weimar – sowie ein Softwareentwickler aus Ulm. Gemeinsam entwickelten sie im Anschluss an die Führung Arbeiten, die direkt im öffentlichen Raum zwischen den beiden Toren stattfanden.

Ein Büro für die Stadt im Wandel

Die Ergebnisse der Begehung flossen in das temporäre Kunstprojekt „Büro für nicht-effiziente Entwicklung“ ein, das vom 19. Juni bis zum 19. Juli 2026 in der NEUE 8 am Ehinger Tor zu erleben war – einem Projektraum, den die Kulturabteilung der Stadt Ulm für dieses Vorhaben zur Verfügung stellte. Einen Monat lang setzte sich das Projekt künstlerisch mit dem aktuellen Stadtentwicklungsprozess und dem Rückbau der B10 auseinander.

Das Büro diente als zentraler Treffpunkt: Hier wurden Dokumentationen der im öffentlichen Raum entstandenen Arbeiten gezeigt, und ein partizipatives Programm lud Besucher*innen dazu ein, sich selbst einzubringen, eigene Geschichten und Erfahrungen zu teilen und die städtischen Freiräume auf eigene Faust zu erkunden. Auch ein einfacher Besuch an der Bürobar bei einem Getränk war jederzeit möglich. In einem „Story Gathering“ sammelte die Gruppe von Kabosh Eindrücke, Anekdoten und Erinnerungen der Besucher*innen, die wiederum in die künstlerischen Arbeiten einflossen.

Ausblick

Führung und Projekt entstanden unabhängig von der Landesgartenschau Ulm 2030, greifen aber thematisch die Fragen auf, die auch für die Gestaltung der künftigen Freiräume entlang der B10 relevant sind. Der Austausch mit der Künstlergruppe bot wertvolle Impulse für den Blick auf das Gelände zwischen Ehinger Tor und Blaubeurer Tor, einer der Bereiche, der im Zuge der Landesgartenschau bis 2030 neu gestaltet wird.

Künstler*innen der Gruppe Kabosh

Im Bild von links:
Johanna Mangold (Ulm),
Marty Coyle (Derry),
Clogagh Lavelle (Belfast),
Janina Schmid (Ulm)
Nicht im Bild:
Fergus Wachalla-Kelly (Belfast),
Alpay Artun (Ulm)
Foto: Paula McFetridge