Ideen & Ziele

Die Landesgartenschau wird Ulm dauerhaft verändern und nachhaltig prägen. Auf rund vier Kilometern entsteht ein grünes Band, das von der Wilhelmsburg im Norden bis zur Donau im Süden reicht. Es folgt dem Gelände, das einst die Ulmer Bundesfestung aus dem 19. Jahrhundert umgab, dem sogenannten Westglacis. Nördlich der Bahnlinien ist davon noch viel erhalten. Weiter südlich hat der Bau der B10 das Gelände stark verändert. Weil die Straße ohnehin grundlegend saniert wird, nutzt die Landesgartenschau die Gelegenheit: Am Blaubeurer Tor führt die B10 künftig durch einen Tunnel, am Ehinger Tor wird die Verkehrsführung neu geordnet. Dadurch fallen Hindernisse weg, und es entstehen Verbindungen, die sich begrünen lassen.

Das Band besteht aus zwei Wegen, die sich immer wieder kreuzen. Eine gerade Radroute führt zügig und sicher durch die Stadt, für den Alltag ebenso wie für die Freizeit. Daneben schlängeln sich ruhige Spazierwege, auf denen man sich Zeit lassen kann. Beide führen durch Abschnitte mit ganz unterschiedlichem Charakter. An der Kienlesbergbastion entsteht ein Geschichtspark, in dem sich die Vergangenheit der Festung vor Ort erkunden lässt. Am Blaubeurer Tor gibt es einen Park für das Viertel mit Sport- und Spielflächen. Im Bereich des Dichterviertels entstehen eine naturnahe Flusslandschaft und Bürgergärten, in denen man Natur erleben kann. Die Ehinger Anlagen bieten ruhigere Spielflächen und Orte zum Entspannen. Insgesamt schaffen die Wiesen und Auenlandschaften Lebensraum für Pflanzen und Tiere und verbessern das Stadtklima.

Während der Gartenschau von April bis Oktober 2030 kommen Ausstellungen und Veranstaltungen hinzu. Verbände, Vereine und viele andere Gruppen der Ulmer Stadtgesellschaft und der Region stellen sich dort vor und gestalten das Programm mit.

Die Landesgartenschau gliedert sich in die zeitlich begrenzte Ausstellung und in die Daueranlage. Erst beides zusammen macht eine Landesgartenschau aus:

Basis: Daueranlage
Es entstehen neue Parks und Grünflächen, Aufenthaltsorte, Wasserflächen und Spielplätze. Sie bleiben über die Ausstellung hinaus dauerhaft erhalten. Gleiches gilt für die verbesserten Wege für den Fuß- und Radverkehr. Die Maßnahmen der Daueranlage sind also eine langfristige Investition in die Lebensqualität der Ulmer*innen.

Herzstück: Ausstellung
Von April bis Oktober 2030 lädt die Ausstellung ihre Besucher*innen in eine farbenfrohe Welt voller Natur ein. In Themengärten präsentieren sich bunte Ideen aus dem Gartenbau. Vieles lässt sich auf dem Gelände erkunden, und es wird sichtbar, was moderne Stadtentwicklung alles kann.

Krone: Veranstaltungen und Programm
Während der Ausstellung gibt es Konzerte, Kulturveranstaltungen, Führungen und Mitmach-Angebote für alle Altersgruppen. Sie sorgen während der Gartenschau für Leben und Begegnung.

Die Landesgartenschau lebt von Beteiligung: Eingebunden werden neben den „Grünen
Akteuren“ aus Garten, Forst und Imkerei, z. B. auch Bürgerinnen und Bürger, Schulen und Kitas, Vereine und Kultureinrichtungen, die Wirtschaft und lokale Unternehmen: ein Fest der ganzen Stadtgesellschaft.

Ein neu angelegter Weg durch den Festungsgraben lädt zum Spazieren ein, eingebettet in die historischen Mauern der Bundesfestung. Seitlich platzierte Sitzmöglichkeiten bieten angenehme Aufenthaltsorte, während sich der Blick in Richtung Doppelcaponniere der Kienlesbergbastion und weiter in die Stadt öffnet.

Auf der Kienlesbergbastion entsteht ein neuer Aussichtspunkt. Die Plattform bietet einen weiten Blick über die Stadt – Richtung Ulmer Münster, Richtung Blaubeurer Tor und Ehinger Tor. Die alten Mauern, grüne Wiesen und Bäume machen den Charakter des Ortes sichtbar – in der Natur und doch stadtnah.

Das Blaubeurer Tor wird zum lebendigen Mittelpunkt des neuen Quartierparks am Dichterviertel, einem Ort der Begegnung für alle Generationen. Der Autoverkehr, der früher auf der Brücke über das Tor floss, wird in einen Tunnel verlegt. Eingebettet in eine offene Parklandschaft mit vielfältigen Aufenthalts- und Bewegungsangeboten, verbindet es die umliegenden Wege und Räume miteinander. Als historisches Stadttor öffnet es sich nach Osten und Westen und bietet Raum für Veranstaltungen, Kultur und Gastronomie.

Die Urbane Aue im Dichterviertel verbindet ökologische Vielfalt mit Aufenthaltsqualität. Sie bietet einen „kühlenden“ Ort am Wasser mit Sitzsteinen im Wasser, terrassierten Ufern und naturnaher Bepflanzung. Der wechselnde Wasserstand des Flusses „Blau“ macht die Auenlandschaft erlebbar.

An der Blau entsteht ein Zugang zum Wasser mit Trittsteinen und Sitzstufen, der Blaubalkon. Er ist Teil des Dichtergartens, ein neuer Park, dessen markantes Herzstück der Spielplatz „Ton und Erde“ wird.

Das Ehinger Tor bekommt ein neues Gesicht: Der Verkehr wird neu geordnet, sodass Fußgänger*innen mehr Platz gewinnen. Asphaltierte Flächen werden zugunsten von grünen Inseln mit Bäumen und Sitzmöglichkeiten entsiegelt. Die Straßenbahn wird ebenerdig in den Platz eingebunden, sodass es ruhiger wird. Das Ehinger Tor wird so zu einem einladenden Eingang in die Innenstadt.

Neue Bäume, Sträucher und Stauden, Sitzplätze und eine breite Promenade machen den Park zukunftsfähig. Neu geplant sind außerdem ein Fitnesspfad sowie ein Yogadeck. Ein Highlight wird der neue Spielplatz „Glacisfantasie“ mit einer einzigartigen Spiellandschaft, inspiriert von der Ulmer Festungsgeschichte.

JahrMeilenstein
2017Ulm bewirbt sich um die Ausrichtung
2018Zuschlag für das Jahr 2030
2020Planungswerkstatt B10, Machbarkeitsstudien
2021BürgerForum – Beteiligung der Öffentlichkeit
2022Beschluss von Rahmenplan und Kostenrahmen
2023Landschafts- und verkehrsplanerischer Wettbewerb, Sieger: Büro SINAI (Berlin)
2024Verbindliche Erklärung des Gemeinderats
2025Gründung der gGmbH, 2 Gesellschafter: Stadt Ulm und bwgrün.de
2026Beginn der Bauarbeiten, die bis kurz vor der Eröffnung 2030 dauern werden
2027Voraussichtlich Beginn der Planungen für die Ausstellung
2030Ausstellung von April bis Oktober. Danach Rückbau der Ausstellung.
2030+Die neuen Flächen und Wege werden an die Stadt übergeben

Bis zur Eröffnung im Jahr 2030 durchläuft das Projekt mehrere Phasen, die zeitlich ineinandergreifen. Verantwortlich ist die gemeinnützige Landesgartenschau GmbH mit Sitz in Ulm. Gesellschafter dieser gGmbH sind die Stadt Ulm und die bwgrün – Förderungsgesellschaft für die Baden-Württembergischen Landesgartenschauen mbH. Die Freiraumplanung übernimmt das mehrfach ausgezeichnete Landschaftsarchitektur-Büro SINAI aus Berlin. Es hat im Jahr 2023 den landschaftsarchitektonischen Wettbewerb gewonnen.

Den Anfang macht die Planung der Daueranlagen. Hierzu zählen Wege, Grünflächen und Bauwerke, die auch über die Landesgartenschau hinaus bestehen bleiben. Die Bauarbeiten beginnen 2027 und dauern bis kurz vor der Eröffnung.

Für die Erstellung der Daueranlagen hat der Gemeinderat der Stadt Ulm ein Ausgabebudget von 49 Mio € zur Verfügung gestellt. Landesgartenschauen werden durch die Bereitstellung von Fördermitteln finanziell unterstützt, so dass sich der tatsächliche finanzielle Aufwand der Stadt Ulm für die Erstellung der Daueranlage auf ca. 27 Mio € belaufen wird.

Parallel dazu startet ab etwa 2027 die Planung der Ausstellung, gefolgt von deren Aufbau. Anschließend beginnt die Planung der Veranstaltungen, die während der Ausstellung stattfinden werden. Zuletzt folgt der Aufbau des laufenden Betriebs, der die Gartenschau im Sommer 2030 organisatorisch trägt.

Für den Betrieb der Geschäftsstelle der Landesgartenschau Ulm 2030 gGmbH über die Dauer von rund 6 Jahren sowie für die Durchführung des Schausommers in 2030 erhält diese einen Zuschuss in Höhe von 7 Mio. € von der Stadt Ulm. Darüber hinaus wird sich der Schausommer 2030 insbesondere über Eintrittseinnahmen finanzieren.

Alle diese Vorbereitungen münden im Jahr 2030 in der eigentlichen Landesgartenschau mit einem Ausstellungszeitraum von April bis Oktober. Danach beginnt der Rückbau der temporären Elemente und die Überführung der Flächen in ihre dauerhafte Nachnutzung.

Die Landesgartenschau ist ein Fest der ganzen Stadtgesellschaft: Neben „Grünen Akteuren“ z. B. aus Garten, Forst und Imkerei möchten wir auch andere Bürger*innen und Gruppen einbinden. Dazu gehören auch Schulen und Kitas, Vereine und Kultureinrichtungen, die Wirtschaft und lokale Unternehmen. Hier zu finden bereits Gespräche statt. Die tiefergehenden Planungen starten 2027. Melden Sie sich gerne, wenn Sie sich konkret engagieren möchten für ein Projekt inklusive Umsetzung.

Freundeskreis
Im Frühjahr 2027 gründet sich der Freundeskreis der Landesgartenschau Ulm. Oberbürgermeister Ansbacher übernimmt die Schirmherrschaft. Der Freundeskreis richtet sich an alle, die die Gartenschau auf ihrem Weg bis 2030 aktiv begleiten möchten. Mitglieder erleben aus nächster Nähe, wie aus den Plänen ein Gelände entsteht, und bekommen Einblicke, die Besucher*innen sonst verborgen bleiben. Wer eine Fähigkeit mitbringt, vom Gärtnern bis zum Organisieren, kann sie tatkräftig einbringen und erlebt, wie daraus etwas für die ganze Stadt wird. Dabei trifft man Menschen, denen Ulm genauso am Herzen liegt, und schafft gemeinsame Erinnerungen.

Mitarbeiten
Aktuell ist unser Team komplett. Das kann sich aber ändern. Sobald wir Stellen zu besetzen haben, veröffentlichen wir die Ausschreibungen hier auf unserer Homepage. Schauen Sie gerne wieder vorbei.

Sie möchten uns kontaktieren?
Sie erreichen uns am besten telefonisch zu den folgenden Öffnungszeiten:
Montag bis Donnerstag
09:00–12:00 und 14:00–16:00 Uhr
Freitag 09:00–13:00 Uhr

Oder Sie schicken eine E-Mail an lgs2030@ulm.de

Die Grundlage für die Durchführung der Landesgartenschau Ulm bildet ein landschaftsarchitektonischer Wettbewerb, bei dem innovative Konzepte für die zukünftige Gestaltung der Flächen entwickelt wurden. Der Siegerentwurf des Berliner Planungsbüros SINAI Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH bestimmt heute die Planung und Umsetzung.

Nachdem SINAI den freiraumplanerischen Ideen- und Realisierungswettbewerb für die Daueranlagen der Landesgartenschau gewonnen hatte, wurde das Büro im Juli 2023 offiziell mit der weiteren Planung beauftragt. Gemeinsam mit der Stadt Ulm entwickelt SINAI bis 2030 ein neues Freiraumsystem, das weit über die eigentlichen Ausstellungsflächen hinausreicht und den Westen der Stadt nachhaltig prägen wird. Das Büro zählt zu den renommierten Landschaftsarchitekturbüros Deutschlands und verfügt über umfangreiche Erfahrungen in der Planung von Bundes- und Landesgartenschauen sowie von Parks, urbanen Landschaften und öffentlichen Freiräumen. Projekte wie die Bundesgartenschau Heilbronn 2019 oder die Landesgartenschauen in Wittstock und Kirchheim belegen die besondere Kompetenz des Teams bei der Entwicklung zukunftsweisender Stadtlandschaften.

Im Mittelpunkt des Entwurfs für Ulm steht die Wiederentdeckung des historischen Westglacis der Bundesfestung. Jahrzehntelang wurde dieser bedeutende Landschaftsraum durch Verkehrsinfrastruktur zerschnitten und überformt. Mit dem Umbau der B10 und der Neuordnung des Verkehrs entsteht nun die Möglichkeit, die historischen Grünräume wieder miteinander zu verbinden und als durchgängigen Glacispark erlebbar zu machen. Das Konzept von SINAI sieht einen zusammenhängenden grünen Parkring vor, der unterschiedliche Freiräume miteinander verknüpft und gleichzeitig deren individuelle Charaktere stärkt. So entstehen vielfältige Erlebnisräume, vom der Bundesfestung über offene Quartiersparks und naturnahe Auenlandschaften bis hin zu neuen Aufenthaltsorten am Blaubeurer Tor.

Verbunden werden die einzelnen Orte durch ein innovatives Erschließungskonzept. Die sogenannte „Doppelhelix“ besteht aus zwei Wegen: der direkten Fahrradschnellroute, der „Glacisroute“, und einem geschwungenen Flanierweg. So sind sowohl schnelle Verbindungen vom Ulmer Norden in den Süden an die Donau als auch entspannte Spaziergänge durch die unterschiedlichen Parklandschaften möglich.

Der neue Glacispark leistet einen wichtigen Beitrag zur Klimaanpassung und stärkt die Biodiversität. Gleichzeitig entstehen Räume für Begegnung, Bewegung und Erholung. Sport- und Spielangebote laden zum Aktivsein ein. Ruhige Rückzugsorte bieten Platz zum Entspannen. Kulturelle Angebote und beeindruckende Ausblicke auf Stadt und Donau machen den Park zu einem lebendigen Ort für Menschen jeden Alters.

Mit ihrem Entwurf verfolgen die Landschaftsarchitektinnen und Landschaftsarchitekten eine klare Vision: Aus bislang getrennten Teilräumen entsteht ein zusammenhängendes grünes Band, das Geschichte, Natur und urbanes Leben miteinander verbindet und Ulm dauerhaft neue Lebensqualität schenkt.